Bernhard Peter
Kasten in der indischen Gesellschaft, Teil 8:
Begrenzte Dynamik des Kastensystems

Auf den ersten Blick erscheint das hinduistische Kastensystem sehr rigide. Anderseits war das System in der Lage, über zwei Jahrtausende stabil zu funktionieren und vielfältige gesellschaftliche Herausforderungen anzunehmen und doch zu überleben. Beim näheren Hinsehen ist das System nämlich dynamisch und selbststabilisierend zugleich und damit unglaublich anpassungsfähig. Die Position von Gruppen in der Gesellschaft ist veränderbar. Das System stabilisiert sich bei jeder Veränderung durch Aufstieg oder Abstieg ganzer Gruppen wieder neu. Das System spiegelt auch gesellschaftliche Differenzierung durch Bildung neuer Jatis wieder. Einzelne Veränderungen oder Veränderungen, die nur Einzelne betreffen, gehen einfach unter, genauso wenig wie ein einzelnes Individuum in einem Leben vom Sudra zum Brahmanen mutieren kann. Das ist der stabilisierende Effekt. Wenn aber eine ganze Gruppe von einer Veränderung betroffen ist oder die Veränderungstendenz von einer ganzen Gruppe getragen wird, reagiert das System – das ist der dynamische Effekt. Wichtig ist: Das geht nicht von heute auf morgen, sondern im Zeitmaßstab von Generationen.

Was kann Auslöser für eine Neugruppierung innerhalb der Gesellschaft sein?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie das ablaufen kann:

Wichtig ist dabei:

Nächster Teil zu Kasten in der Gesellschaft
Andere Essays über Indien lesen
Andere Länderessays lesen
Home

© Text, Graphik und Photos: Bernhard Peter 2005
Impressum
Bestandteil von
www.kultur-in-asien.de und www.bernhardpeter.de